Maßnahmen für mehr Aufenthaltsqualität und lebendige Innenstädte

Aufenthaltsqualität in unseren Städten hat eine hohe Relevanz für Bürgerinnen und Bürger: Mehr Grün, bessere Luft, weniger Lärm, attraktive Angebote und vor allem mehr Platz für die Menschen. Die Deutschlandstudie Innenstadt 2022 fand heraus, dass bei der Transformation unserer Innenstädte besonders großen Wert auf klimagerecht gestaltete Zonen zum Ausruhen und Verweilen gewünscht sind.

Inhaltsverzeichnis

Aufenthaltsqualität in den Städten stoppt das Innenstadtsterben

Mehr Aufenthaltsqualität in Städten ist eng mit Maßnahmen gegen das Innenstadtsterben verknüpft. Denn belebte, attraktive Räume ziehen mehr Besucherinnen und Besucher an. Innenstädte, die neben Einkaufsmöglichkeiten auch Grünflächen, Sitzgelegenheiten, Spielplätze und Kulturangebote bieten, werden zu Orten, an denen Menschen gerne verweilen. Solche Aufenthaltsorte bringen Kundschaft für den lokalen Handel, reduzieren Leerstände und brechen so den Teufelskreis des Innenstadtsterbens. Insgesamt gilt: Wer Innenstädte lebendig und nutzerfreundlich gestaltet, stärkt gleichzeitig den stationären Handel und die lokale Wirtschaft.

Aufenthaltsqualtsqualität Innenstadt

Begrünung und Entsiegelung

Die Aufenthaltsqualität der Innenstadt wird durch mehr Grün in der Stadt auf vielfältige  Weise verbessert. 85,9% der Befragten der “Deutschlandstudie Innenstadt 2022” wünschen sich mehr Grün in ihrer  Innenstadt. Mehr Bäume und Grünflächen im öffentlichen Raum verbessern die Luftqualität und reduzieren Hitzeinseln. Fassaden- und Dachbegrünung bindet CO2, filtert Feinstaub und Luftschadstoffe und verbessert so das Stadtklima langfristig. Grünflächen bieten außerdem Raum für Begegnung, Erholung und kurze Pausen vom städtischen Alltag, wodurch Innenstädte lebendiger und attraktiver werden. All das wirkt sich positiv auf das Wohlbefinden der Menschen aus. 

Begrünung und Entsiegelung

Aufenthaltsqualität in Städten durch attraktive Angebote

Einkaufen ist nicht mehr das einzige Ziel der Bürgerinnen und Bürger bei einem Besuch in der Innenstadt. Eine Mischnutzung steigert die Aufenthaltsqualität der Städte. Kulturelle Angebote, Gastronomie und Kinderspielplätze machen die Innenstädte attraktiver. Deshalb ist es sinnvoll, beim Kampf gegen wachsenden Leerstand offen für unterschiedliche Nutzungskonzepte zu sein. Statt einer Mono-Einkaufskultur bietet eine Innenstadt mit Aufenthaltsqualität beispielsweise Konzerte, Lesungen, Stadtralleys, Pop-up Gastronomie, kreative Stadtführungen oder Sportangebote.

Einladung zum Verweilen

Die Aufenthaltsqualität in Städten ist eng verknüpft mit ansprechenden Orten zum Verweilen. Neben mehr Stadtgrün muss für die wichtigsten Bedürfnisse gesorgt sein, optimalerweise sind diese zugänglich für alle und kostenfrei: Ansprechend gestaltete Plätze mit bequemen Sitzmöbeln, Trinkwasserbrunnen und saubere öffentliche Toiletten sind wichtig für die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt. Es lohnt sich, die Bürgerinnen und Bürger nach ihren Wünschen zu fragen, um Fehlplanungen zu vermeiden. In Erlangen wird dies seit 2021 mit dem “Sitzbankradar” erfolgreich umgesetzt. Auf einer intuitiv nutzbaren Karte können alle eintragen, welcher Platz für eine neue Bank perfekt ist. So werden jedes Jahr 30 neue Bänke aufgestellt, genau dort, wo die Menschen sich aufhalten wollen.

Sauberkeit ist Grundvoraussetzung

Viele positive Dinge im Stadtbild werden nicht wahrgenommen, wenn es nicht sauber ist. Ein schön gestalteter Platz ist nicht einladend, wenn Müll herumliegt. Deshalb ist eine gute Infrastruktur für Müll wichtig für die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt. Es gibt verschiedene Lösungen für effiziente Müllentsorgung. Wichtig sind nicht nur ausreichend Mülleimer, sondern diese in hoher Frequenz zu leeren. Smarte Abfallbehälter mit Füllstandsensoren und Pressfunktion können hilfreich sein. An hoch frequentierten Orten sind auch Müllsysteme mit unterirdischen Auffangbehälter sinnvoll, um Geruchsbildung zu vermeiden. Anhand von Besucherstromanalysen kann die Leerung der Abfalleimer und die Straßenreinigung optimal angepasst werden.

Belebte Orte sind sicherer 

Zur Aufenthaltsqualität in Städten gehört auch, dass alle sich sicher fühlen. Angst vor Kriminalität, Unfällen oder Belästigung können dazu führen, dass Stadtteile oder bestimmte Plätze gemieden werden. Eine gute Straßenbeleuchtung und die Vermeidung von sogenannten Angsträumen, also Wege und Plätze mit uneinsehbaren Ecken, gehören zu den wichtigen städtebaulichen Präventionsmaßnahmen.

Auch die Belebung durch Mischnutzung von Wohnen, Arbeiten und Einkaufen machen Stadtteile sicherer. Jugend- und Sozialarbeit sind weitere wichtig Präventionsaspekte. 

Um Unfälle zu vermeiden, können komplett autofreie Zonen oder Tempo-30-Zonen eingerichtet werden. Sichere Querungen, breite Fußwege und eigene Radspuren senken ebenfalls das Unfallrisiko.

Autofreie Innenstädte oder Zonen

56,5% der Befragten geben in der “Deutschlandstudie Innenstadt 2022” an, sie würden zugunsten von mehr Aufenthaltsqualität in den Städten auf Parkmöglichkeiten für Autos im Zentrum verzichten. Es gibt inzwischen viele Beispiele für mehr Aufenthaltsqualität in autofreien Innenstädten oder in autofreien Zonen. Weniger Lärm, bessere Luftqualität und vor allem mehr Platz für Rad- und Fußwege sowie Orte zum Verweilen. 

Öffentlicher Nahverkehr

Bürgerbeteiligung sichert bedürfnisgerechte Planung

Für die Aufenthaltsqualität in Innenstädten spielt die Bürgerbeteiligung eine zentrale Rolle. Wenn Anwohner und Nutzerinnen ihre Ideen einbringen können, entstehen Räume, die den tatsächlichen Bedürfnissen gerecht werden und dann auch genutzt und geschätzt werden. Beteiligung fördert zudem die Identifikation mit dem öffentlichen Raum, was zu mehr Pflege und sozialer Kontrolle führt. Durch Mitgestaltung werden Konflikte früh erkannt und können gelöst werden, bevor sie sich negativ auswirken. Insgesamt trägt die Bürgerbeteiligung dazu bei, dass Innenstädte lebendig und attraktiv bleiben.

Aufenthaltsqualität in den Städten mit digitalen Tools schneller erreichen

Um eine hohe Aufenthaltsqualität in Innenstädten zu erreichen, muss gezielt geplant werden. Kommunen setzen hier zunehmend auf digitale Tools und Apps, die Daten über die Nutzung öffentlicher Räume liefern. Solche Anwendungen erfassen anonymisiert, wo sich Menschen aufhalten, wie lange sie verweilen und welche Bereiche besonders beliebt oder wenig frequentiert sind. Ein Beispiel dafür ist die Klima-Taler App. Sie ermöglicht es Städten, diese Informationen datenschutzkonform zu sammeln und so die Aufenthaltsqualität der Innenstadt gezielt zu verbessern. Die Klima-Taler App macht Bürgerbeteiligung also ganz einfach. Auf Basis dieser Daten können beispielsweise Sitzgelegenheiten, Grünflächen oder Spiel- und Begegnungszonen optimal platziert werden. Diese Orte können dann auf der Klimaschatzkarte eingetragen werden. Nutzer finden „kühle Orte“, „Trinkwasserbrunnen“ und andere Orte, die attraktiv sind, um sich aufzuhalten und können sich per Routing direkt dorthin führen lassen. So verbindet die App digitale Analyse mit städtischer Planung, um Innenstädte attraktiver und lebenswerter zu gestalten. 

Digitale Tools für Aufenthaltsqualität

Aufenthaltsqualität in Innenstädten auf den Punkt gebracht

Um die Aufenthaltsqualität in Innenstädten zu erhöhen, sind vor allem Grünflächen, attraktive Angebote und Orte zum Verweilen entscheidend. Sauberkeit, Sicherheit und barrierefreie Gestaltung tragen ebenso dazu bei, dass Menschen sich gerne aufhalten und Innenstädte lebendig bleiben. Maßnahmen wie autofreie Zonen, Mischnutzung von Handel, Kultur und Gastronomie sowie Bürgerbeteiligung stärken die Attraktivität und verhindern Leerstände. Digitale Tools wie die Klima-Taler App für Städte unterstützen Kommunen dabei, Aufenthaltsorte datengestützt zu planen und gezielt zu verbessern. Insgesamt zeigt sich: Wer Innenstädte nutzerfreundlich gestaltet, steigert Wohlbefinden, stärkt den lokalen Handel und macht die Städte zukunftsfähig.

Wenn Sie wissen wollen, wie die Klima-Taler App zu mehr Aufenthaltsqualität in Ihrer Stadt führen kann, beantworten wir gerne Ihre Fragen.

Markus

Markus Schulz

markus@klima-taler.com

Ich interessiere mich für die Teilnahme meiner Kommune am Klima-Taler Netzwerk

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